Nodal Punkt

Panoramen gelingen heute schon freihändig mit jeder Digitalkamera, oder auf einem gewöhnlichen Stativ mit größeren Brennweiten.

4 Einzel-Aufnahmen, Freihand mit Nikon D800 (36 MP-Vollformat-Sensor). Weitwinkel 16.0-35 mm f/4.0, Einstellung 16 mm

Freihandaufnahmen mit 4 Einzelbildern


Für Smartphones und iPhones gibt es sogar App´s, die das Stitchen (engl. „nähen“) der Reihen-Aufnahmen automatisch verbindet. Zum Erreichen von stitchfehlerfreien Abbildungen, benötigt man allerdings mehr als nur ein App. Ein stabiler Panoramakopf (Nodalpunktadapter) und Stativ, sind die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches „Zusammennähen“. Bei zwei von mehreren Herstellern überzeugte mich „Nodal Ninja*“ aus  Kalifornien, wegen dem geringeren Transportgewicht und Verpackungsvolumen für den Fotorucksack. Die Fa. „Novoflex**“, eine Hightech-Schmiede aus Memmingen, liegen die Produkte im Preis etwas höher, dafür noch stabiler in der Statik, aufwendiger verarbeitet und dem zu Folge auch etwas schwerer.

Nodal Ninja 5 Panoramadrehkopf

Nodal Ninja 5 („5“ nicht mehr im Programm). Nachgerüstet mit Rotator R-D16 II

Ermitteln des Nodal-Punktes. Stitch-Programme fügen Einzelaufnahmen erfolgreich zusammen, wenn die Linsen-Mitte des schwenkenden Objektivs möglichst genau auf der vertikalen Drehachse des Stativs befindet. Der sogenannte „Nodal-Point“ (deutsch = Knoten-Punkt, oder engl. No Parallax Point), befindet sich irgendwo im Inneren des Tubus. An den meisten Objektiven ist der Nodal-Punkt mit einem goldenen, oder roten Ring äußerlich gekennzeichnet. Bei kurzen Brennweiten wie bei einem Fisheye, kann der Ring als Orientierungshilfe für die Feinjustierung des Panoramakopfes sehr nützlich sein. Denn sensibel reagiert die sichtbare Parallax-Veränderung durch minimales Verschieben des Body-Schlittens (s. Bilder unten). Bei Zoom-Objektiven verändert sich bei abnehmender Brennweite der Nodal-Punkt nach vorne zur Linsenoberfläche. Bei Objektivwechsel, bzw. Brennweitenveränderungen ist ein „Spickzettel“ mit den ermittelten Nodalpunktabständen am Stativbein sehr hilfreich.

Nodalpunkt-Ermittlung mit NN- Ultimate R10, Sigma 8 mm F3,5 EX DG Zirkular Fisheye-Objektiv

Nodalpunkt-Ermittlung mit NN- Ultimate R10, Sigma 8 mm F3,5 EX DG Zirkular Fisheye-Objektiv. Blaue und rote Leiste im Vorder-und Hintergrund im Abstand von ca. 50-100cm, müssen bei den Schwenkbewegungen der Kamera deckungsgleich bleiben. Somit wäre dann der Nodal-Punkt eingestellt mit „No parallax Point“-Verschiebungen.

Nodalpunkt-Ermittlung mit NN - Ultimate R10

Nodalpunkt-Ermittlung mit NN- Ultimate R10

Im Telebereich, fällt der Nodal-Punkt weniger ins Gewicht und ist fast vernachlässigbar. Je näher die „Objekte der Begierden“ vor der Linse sich befinden, um so mehr kommen die Parallaxen-Verschiebungen zu tragen und sollten vor Ort nochmals geprüft und ggf. nachjustiert werden (s. Bilder oben u. links). Korrekte Nodalpunkt-Ermittlung spart viel  Zeit bei der Nachbearbeitung  und PTGui** lobt z.B. den User im Menü „Optimizer“ bei Kontrollpunktbewertungen i.d. Regel stets mit „very good“!

 

 

 

Belastungsprobe mit Nodal Ninja 5 und Teleobjektiv 200 mm.
Mit dem Tele Nikkor 70-200 mm, Nikon D300 (D5200 abgebildet) und hier mit der nicht mehr lieferbaren NN5 adaptiert, (vergleichbar mit Ultimate M1-S) erzielte ich für das „Megapixel-Panorama“ mit 200 mm Brennweite ein brauchbares Ergebnis.

Mehrzeilige Reihen-Aufnahmen mit Teleobjektiv 200 mm. 
Im Beispiel unten, „Megapixel-Panorama“ (kürzeste Verschluss-Zeit bei HDR-Belichtungen: 1/400 s, f/5.6 bei ISO 200) ist bei 200 mm Brennweite gerade mal 2° Horizontal-Neigung ausreichend. Dabei hält die Feststellschraube (1) den Ausleger genug fest zwischen den 10°- Hebeleinrastungen (2). Die Nodal-Punkt- Verschiebung (3) ist bei diversen Zoomgrößen variabel einstellbar (vollgezoomtes Tele-Objektiv bei Focus „∞“ ist der Nodal-Punkt vernachlässigbar, s. „Megapixel-Panorama„).

Nodal Ninja 5 (“5″ nicht mehr im Programm.  Alternativ: Ultimate M1-S verfügt +/- 7.5° horizontalen Schritt-Teilung ). Mit nachgerüsteten Rotator R-D16 II.  Nikon D5200 mit 70-200 mm Teleobjektiv

Nodal Ninja 5 (“5″ nicht mehr im Programm. Alternativ: Ultimate M1-S verfügt +/- 7.5° horizontalen Schritt-Teilung ). Mit nachgerüsteten Rotator R-D16 II. Nikon D5200 mit 70-200 mm Teleobjektiv

Beispiel: Megapixel-Panorama 2-zeilige Einzelaufnahmen.

Schussental

2 x 17 Einzelaufnahmen (2-zeilig) Querformat, bei 200 mm Brennweite mit Nikon D300. Teilschritte Horizontal= 1°, Vertikal=2° mit 20 % Überlappung zu den Nachbarbildern. HDR – Entwicklung von insgesamt 102 RAW -Bildern. Foto kaufen?  Als 1:6-Format (300 cm x 50 cm) auf diversen Bildträgern, Alu-Dibond, Forex-Platte, oder Leinwand kaufen?  

 

 Von Jan Röpenack ausführlich die Nodal-Punktermittlung erklärt  mit den Novoflex-Produkten:
Bezugsquelle Nodal Ninja-Panoramakopf*: Thaler Design aus Österreich. Herr Thaler verfügt alle Produkte von Fa. Nodal-Ninja und ist sehr gut sortiert an Zubehör und Ersatzteilen. Freundlicher Beratungs-Service bei Telefon-Bestellung. Nodal-Ninja-Vertretungen in Deutschland waren nach meinen anfänglichen Recherchen sehr dünn gesät bezüglich Ersatz- und Zubehörteilen.
**Novoflex, die HighTech-Manufaktur aus Memmingen mit vielseitigem Zubehörprogramm.
Bezugsquelle  PTGui:  Download  auch als Free- Trial-Version. PTGui zeigt auch für Einsteiger 2 Video Tutorials, – von Fotografieren, über Stitching, bis zum Export des Panoramas.
GRATIS: Open Source-Software von Hugin. Ähnlich wie PTGui, erzielt Hugin nahezu gute Ergebnisse.
Anmerkung zu den Quellverweisen: Es sind  Angaben aus meinen positiven Erfahrungen und ich erhalte von den Bezugsquellen keine Provisionen 😉
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